Schlafen

Ich Fühle Mich Innerlich Leer. Meine Gedanken Zäh Wie Kaugummi. Einfachste Dinge Erscheinen Mir Unerreichbar Und Sinnlos. Aufstehen, Duschen, Zähneputzen? Wozu? Aber Vielleicht Mache Ich Es Gleich Noch… Vielleicht Geht Es Mir Gleich Besser. Und Wenn Nicht? Dann Bleibe Ich Einfach Liegen. Vielleicht Nur Noch Einmal Kurz Umdrehen. Ausruhen. Vielleicht Aber Auch Den Ganzen Tag. Ob Ich Aufstehe Oder Nicht, Macht Doch Sowieso Keinen Unterschied. Im Bett Falle Ich Wenigstens Keinem Zur Last. Ich Stehe Sowieso Nur Allen Im Weg Rum. Wenn Ich Liegen Bleibe, Dann Zeige Ich Ja Auch Nach Außen, Dass Es Mir Nicht Gut Geht. Wenn Ich Aufstehe, Dann Sitz Ich Ja Auch Nur Rum… Gucke Fernsehen, Trinke Einen Kaffee Oder Tee, Starre Unscharf Ins Leere Und Lasse Die Zeit An Mir Vorüberziehen. Warte Darauf, Dass Ich Endlich Wieder Ins Bett Kann. Und Dann Kommt Wieder Das Schlechte Gewissen Durch, Dass Ich Aufgestanden Bin, Aber Trotzdem Nichts Gemacht Und Nichts Geschafft Habe. Wieder Ein Tag Gelebt Für Nichts. Zum Späten Nachmittag Merke Ich Dann Den Pelz Auf Meinen Zähnen… Habe Es Noch Nicht Geschafft Mir Die Zähne Zu Putzen. Lohnt Es Sich Heute Überhaupt Noch? Vielleicht Mache Ich Es Ja Morgen… Bestimmt Geht Es Mir Morgen Besser.
Vielleicht Ist Liegen Bleiben Gar Nicht So Schlecht. Ich Könnte Das Buch Weiterlesen, Was Ich Vor Wochen Begonnen Habe. Ich Sehe Die Worte, Lese Einen Satz Nach Dem Anderen, Und Schließlich Habe Ich Wieder Einen Absatz Geschafft… Aber Ich Kann Mich An Den Inhalt Des Gelesenen Nicht Erinnern… Die Worte Kriege Ich In Meinem Kopf Nicht In Den Richtigen Zusammenhang Und Verstehe Den Sinn Nicht. Ich Lese Ihn Noch Einmal. Die Worte Kommen Mir Bekannt Vor. Ich Überfliege Den Absatz, Und… Was Hat Da Noch Mal Gestanden? Ich Gebe Enttäuscht Auf Und Klappe Das Buch Zu… Wie Schon So Oft Zuvor. Ich Starre Löcher In Die Luft. Fünf Minuten, Oder Ist Es Schon Eine Stunde… Ich Weiß Es Nicht. Zeit Vergeht Für Mich Anders. Es Ist, Als Säße Ich Unter Einer Käseglocke. Es Scheint, Als Bewege Ich Mich In Zeitlupe, Und Alles Um Mich Herum In Zeitraffer. Ich Schaue Allen In Meinem Umfeld Zu Wie Sie Um Mich Herum Hetzen Und Viel Zu Tun Haben… Und Ich? Ich Möchte Ihnen So Gern Helfen… Ich Kann Aber Nicht… Meine Arme Sind Wie Aus Blei… Meine Beine Gehorchen Mir Nicht. Ich Wische Mir Eine Träne Von Der Wange.
„Mach Doch Mal Was, Was Dir Spaß Macht! Du Hast Ja Im Moment Die Zeit Dir Was Schönes Zu Überlegen. Etwas Was Dir Gut Tut!“ Klingt Es Immer Wieder In Meinem Ohr. Aber, Was Macht Mir Eigentlich Noch Spaß? Und Überhaupt: Was Ist Spaß Eigentlich? Ich Kann Mich Nicht Mehr Erinnern. Wann Hatte Ich Eigentlich Das Letzte Mal Spaß? Auch Das Will Mir Nicht Mehr Einfallen. Der Letzte Positive Tag? Endlos Lange Her!
Ich Habe Keine Ahnung Was Ich Machen Soll… In Meinem Kopf Ist Ein Tiefes Schwarzes Loch… Darin, Ganz Tief Unten, Liege Ich. Zusammengekauert. Ich Mache Mich Ganz Klein. Dann Kommen Immer Wieder Diese Gedanken Zurück: „Was Mache Ich Überhaupt Noch Hier? Alle Sind Ohne Dich Doch Viel Besser Dran. Keiner Muss Sich Mehr Um Dich Sorgen Machen. Sie Werden Ein Paar Wochen Trauern, Aber Dann… Dann Wird Es Ihnen Wieder Bessergehen Und Sie Werden Darüber Hinwegkommen. Die Erde Dreht Sich Doch Auch Ohne Dich Weiter. Die Welt Braucht Dich Überhaupt Nicht!“
Ich Fühle Mich Müde, Schlapp, Ausgelaugt Und Ausgepowert… Fühle Mich Innerlich Total Ausgebrannt. Ein Tiefes Schwarzes Umgibt Mich. Tiefe Dunkle Wolken Trüben Meinen Blick. Ich Kann Meine Gedanken Kaum Auf Einen Punkt Fokussieren. Ich Habe Das Gefühl, Ich Laufe Nur Noch Auf Notstrom. Alles Unwichtige Ist Abgeschaltet, Lediglich Die Lebenserhaltung Läuft. Aber, Für Wie Lange Noch? Wie Lange Kann Ich Den Letzten Funken Selbsterhaltungstrieb Noch Aufrechterhalten? Für Alle Anderen Aufgaben Fehlt Mir Die Kraft.
Der Motor In Meinem Kopf Läuft Dennoch Auf Hochtouren. Wie Ein Auto Im Leerlauf, Mit Durchgetretenem Gaspedal. Der Motor Heult Gequält Auf. Ich Kann Den Begrenzer Hören, Der Bei Höchster Drehzahl Immer Wieder Eingreifen Muss Und Er Ächzt Beängstigend Unter Der Last. Und Dann Schreit Mir Mein Tinnitus Laut In Meinen Ohren. Es Ist Ein Hochfrequentes Fiepen Oder Ein Lautes Rauschen. Es Dröhnt Laut In Meinem Kopf. Ich Empfinde Nur Noch Hass Mir Selbst Gegenüber. Eine Tiefsitzende Trauer, Die Wie Ein Dunkler Sumpf Unter Mir Lauert, Zerrt Immer Wieder An Mir Und Droht Mich Zu Verschlingen. Für Andere Gefühle Habe Ich Keinen Platz Mehr. Meine Stirn Legt Sich In Falten, Als Ich Versuche Mich Auf Das Gebrüll In Meinem Kopf Zu Konzentrieren Und Versuche Es Mit Aller Kraft Zu Ignorieren. Es Kostet Mich Den Letzten Funken Kraft. Vielleicht Kann Ich Ja Doch Noch Etwas Schlafen. Ich Schließe Meine Augen. Eine Bleierne Decke Legt Sich Augenblicklich Auf Meinem Körper. Ich Kann Mich Nicht Mehr Bewegen, Bin Wie Gelähmt. Ich Will Nur Noch Einschlafen. Schlaf Ist So Herrlich Friedlich. Dann Gibt Es Keine Stimmen Mehr In Meinem Kopf Und Der Motor Beruhigt Sich Langsam Und Surrt Nur Noch Im Standgas. Vielleicht Habe Ich Heute Ja Das Große Glück Und Wache Nicht Wieder Auf. Nie Wieder Traurig Sein, Nie Mehr Anstrengen Müssen. Es Wird Still Um Mich Herum. Vielleicht Bin Ich Dich Ja Nun Endlich Los, Mein Grausamer Kopf! Ich Schlafe Ein.

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