05/2016 – Campingplatz Bensersiel

Anfang 2016 habe ich mir einen kleinen Wohnwagen gekauft. Nach zwei Jahren Zelturlaub auf Langeoog war dies der nächste Evolutionsschritt in Sachen Campingurlaub.

Da der Mai 2016 traumhaftes Wetter mitbrachte, wurden kurzerhand alle notwendigen Utensilien zusammen gepackt und es ging für das erste Abenteuer an die Nordsee nach Bensersiel.

Was mir bei der Buchung des Stellplatzes besonders gut gefallen hat, ist dass man auf der Internetseite direkt SEINEN Platz buchen kann. Eine detaillierte Übersicht des Campingplatzes mit genauer Angabe welche Stellplätze noch frei sind, machte die Buchung sehr einfach.

In direkter Strandnähe war noch ein guter Platz frei. also schnell gebucht, Online bezahlt und ab ging’s in Richtung Norden.

Das Einchecken ging flott und dass schon bezahlt war, wurde lobend erwähnt. Man bekam im Schnelldurchlauf alle nötigen Informationen erzählt und die nötigen Papiere ausgehändigt. Mit einer Wegbeschreibung zum Stellplatz wurde man freundlich verabschiedet und durfte durch die Schrankenanlage auf den Campingplatz fahren.

Der Stellplatz war schnell gefunden und schon beim Abkoppeln und Ausrichten des Wohnwagens wurde mir freundlich Hilfe angeboten. Die allseits geschätzte Hilfsbereitschaft unter den Campern wurde mir in den ersten 5 Minuten meines Camperdaseins gezeigt und schon jetzt waren mir alle Campernachbarn sympathisch.

Auch wenn ich keine Ahnung vom Wohnwagen-Camping hatte, ausgestattet war ich wie ein Profi:
Stützen von Hand runter kurbeln? Tze… bin doch kein Anfänger *hüstel*! Ich hatte einen Aufsatz für meine Bohrmaschine, was umliegende Campern zum staunen brachte… redete ich mir zu mindestens ein.
Langeweile am Abend?  Nicht mit meinem niegelnagelneuen Satellitenschüsselkoffer inkl. dazugehörigem Stativ, manuellem Satellitenfinder und gefühlten 50m Antennenkabel!
Nachdem auch das Sonnensegel gespannt war, machte ich mich daran Wasser zu holen und mir meinen ersten (löslichen) Campingkaffee zu kochen! Bahh… *schüttel* Mit einer Senceo Zuhause ist man bestimmt kein Bariasta, aber es liegen doch Meilen zwischen dem löslichen Kaffee und dem, was man von Zuhause gewöhnt ist. Geschmacksrichtungen.

Egal, erst mal den neuen Campingtisch und Campingstuhl aufgestellt, den Kaffee „genießen“ und die Augen schließen. Also: Sonnenbrille auf, Augen zu, und einen kurzem Moment der Ruhe!

Erst jetzt bemerkte ich, dass irgendwas fehlte… Noch kam ich nicht drauf was… und eigentlich war es mir in dem Moment auch egal… ich will einfach nur die Sonne genießen, den Wind um die Nase wehen lassen und dem Meeresrauschen lauschen.

STOP! jetzt wusste ich es… ich hörte kein Meer! Ich öffnete die Augen, schob die Sonnenbrille hoch, legte meine Hand wie ein Indianer an die Stirn und schaute in die Ferne: Mist! Kein Wasser da. Typisch: Da fahr ich einmal ans Meer und dann ist auch noch Ebbe!

Ich trank meinen Kaffee und machte mich auf das Wasser zu suchen. Man musste schon ein paar Meter gehen um es am Horizont zu erahnen. Ganz bin ich auch nicht zu ihm vorgedrungen. Zwischen mir und dem Blanken Hans lag mir zu viel Schlick. Zwar ist das Gefühl vn schleimigem Watt zwischen den Zehen sehr angenehm, aber auch schwer wieder abzubekommen.

So stand ich also nur bis zu den Knöcheln im Watt und schaute mich um. Es ist Herrlich, sich das Treiben der anderen Gäste anzusehen und es trieb mir ein Lächeln ins Gesicht, als ich die ganzen Kinder sah, wie sie sichtlich Spaß daran hatten sich den schwarzen Schlick in jede Körperfalte zu schmieren, während die Mütter in gebührendem Abstand wie im Chor riefen:

„Schahatz! Nicht so weit raus laufen… Langsam! Das spritzt doch so doll!Pass auf deine Hose auf!“ (dreht sich zum Mann um) „Karl-Heinz… Karl-Haheinz, sag du doch auch mal was!“ (Wieder zum Kind gewandt) „Nein, nicht das Zeug ins T-Shirt schmieren! Vorsicht, du fäl… Oh nein!!! Schatz, das kriege ich doch nie wieder sauber!“

Mama hat einen hochroten Kopf und grummelt vor sich hin. Papa hat auch roten Kopf, aber wegen Sonne im Gesicht und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen… Herrliches Schauspiel… Zu mindestens dann, wenn es nicht die eigenen Kinder sind!

Mir hat diese erste Wohnwagen-Campingerfahrung sehr gefallen, gerade auch weil es nichts gab, was ich negativ herausheben könnte. Auf dem Campingplatz gibt es einen kleinen Laden, in dem man von frischen Frühstücksbrötchen auch allerlei Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf kaufen konnte. Ein Restaurant gab es auch, den ich aber nicht ausprobiert hatte. Im direkten Anschluss an den Platz gibt es auch ein großes Schwimmbad. Die sanitären Anlagen waren sauber und sowieso machte der Platz einen sehr aufgeräumten Eindruck. Alles in Allem kann ich diesen Platz nur empfehlen. Einziger Wermutstropfen ist, dass Hunde nicht erlaubt sind.

Da mir diese erste Campingerfahrung so gut gefallen hat, bin ich im Juli 2016 direkt noch mal nach Bensersiel gefahren. Auch hier gab es keine negativen Überraschungen

Alles in Allem kann ich den Campingplatz nur empfehlen.

 

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